{"id":5960,"date":"2021-11-16T21:04:06","date_gmt":"2021-11-16T20:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/?p=5960"},"modified":"2021-12-19T14:49:48","modified_gmt":"2021-12-19T13:49:48","slug":"katastrophenschutz-braucht-dringend-ein-update","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/?p=5960","title":{"rendered":"Katastrophenschutz braucht dringend ein Update"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newslettertogo.com\/l3slzozn\/s_f9ocy15z\/files\/Flammenbild_klein.jpg\"><\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">\u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad<br>Informationen des DEUTSCHEN FEUERWEHRVERBANDES \u00ad \u00ad <a href=\"https:\/\/newslettertogo.com\/f9ocy15z-al7wzg6q-mcfyn092-m2m\"><\/a> \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad<\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">\u00ad Pressemitteilung Nr. 60\/2021 vom 12. November 2021<\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">\u00ad \u00ad \u00ad \u00ad Katastrophenschutz braucht dringend ein Update<br>Starkregenkatastrophe NRW und RLP: Erste Ergebnisse der Expertenkommission \u2013 die 15 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Einsatzverlauf \u00ad<\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">\u00ad \u00ad \u00ad \u00ad <strong>Berlin <\/strong>\u2013 Zur Bew\u00e4ltigung von Katastrophen wie nach dem Starkregen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen m\u00fcssen die organisatorischen Strukturen in Deutschland k\u00fcnftig deutlich modifiziert werden. Auch muss das F\u00fchrungssystem und dessen Ausstattung aktualisiert und internationalen Standards angepasst werden. Das sind zwei der ersten Ergebnisse der mehr als 60-k\u00f6pfigen Expertenkommission \u201eStarkregen\u201c, die von der Vereinigung zur F\u00f6rderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) mit der Aufarbeitung des Gesamteinsatzes im Sommer beauftragt wurde. Der Expertenkommission geh\u00f6ren neben Angeh\u00f6rigen von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei, Beh\u00f6rden und Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern auch Wissenschaftler verschiedener Hochschulen an. In einer ersten Zusammenfassung haben die Kommissionsmitglieder 15 wichtige Punkte als Erkenntnisse aus dem Einsatzverlauf aufgelistet.<br><br>\u201eDie Problematik zieht sich, wie die ersten Untersuchungen ergeben, quer durch alle Organisationen und \u00fcber alle administrativen Ebenen hinweg\u201c, sagt Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender der Kommission und Branddirektor in D\u00fcsseldorf. \u201eEine detaillierte Umfrage unter allen Einsatzkr\u00e4ften gibt uns schon jetzt erste wertvolle Erkenntnisse.\u201c Fast 2.500 Helferinnen und Helfer haben an der Erhebung teilgenommen, mit deren Hilfe Schwachstellen analysiert und Verbesserungspotenzial identifiziert werden soll. \u201eEine weitere wichtige Erkenntnis: 90 Prozent der Einsatzkr\u00e4fte kommen aus dem Ehrenamt\u201c, berichtet Cimolino. \u201eObwohl Ausma\u00df und Komplexit\u00e4t solcher Lage nicht zum ersten Mal aufgetreten sind, waren es f\u00fcr die einzelnen Einsatzkr\u00e4fte meistens unbekannte Ereignisse, die sie nur sehr selten \u2013 oder nie \u2013 erleben\u201c, so Cimolino weiter. \u201eAuch deshalb sind solche Ereignisse auch nur selten Gegenstand von Einsatzplanung und Ausbildung. Das aber hat sich jetzt als Fehler erwiesen.\u201c<br><br>Laut Umfrage der Expertenkommission hatten rund zwei Drittel der Einsatzkr\u00e4fte eine derartige Gro\u00dfschadenslage noch nie erlebt. Wer jedoch schon Erfahrungen mit \u00e4hnlichen Katastrophen hatte, bem\u00e4ngelte in der Befragung, dass es seit dem letzten Ereignis f\u00fcr die Einsatzkr\u00e4fte keine durchg\u00e4ngige Verbesserung der Schwachstellen gegeben habe. Als vermutete Gr\u00fcnde wurden mangelnde Mittel und mangelndes Interesse der Politik angegeben. \u201eDas Interesse ist nur tempor\u00e4r vorhanden und nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwunden\u201c, lautete ein Argument.<br><br>Schlechte Noten bekamen bei den Einsatzkr\u00e4ften auch die Kommunikationsmittel und -m\u00f6glichkeiten. Eine eher negative Rolle spielte dabei auch das oft nach kurzer Zeit und dann mitunter f\u00fcr viele Stunden oder mehrere Tage ausgefallene Digitalfunknetz der Beh\u00f6rden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Ebenso wurden eine mangelnde Gel\u00e4ndeg\u00e4ngigkeit mit nicht ausreichender Wasser-Durchfahrtsf\u00e4higkeit sowie teils unzureichende Motorisierung von Einsatzfahrzeugen auch des Katastrophenschutzes bem\u00e4ngelt. Dazu kommen immer mehr Probleme mit fehlender Wartungsfreundlichkeit und mangelnder Robustheit insbesondere moderner Fahrgestelle. Kritik gibt es auch am Einsatz der Hubschrauber. Dabei geht es unter anderem um die Verf\u00fcgbarkeit, Leistungs- und Multirollenf\u00e4higkeit. Sowohl bei den Hubschraubern als auch bei den im Schnitt gut bew\u00e4hrten Drohnen m\u00fcsse es nach Einsch\u00e4tzung der Aktiven Verbesserungen geben.<br>Neben den zahlreichen Schwachstellen bei dem Einsatz werden aber auch positive Aspekte genannt. Dazu geh\u00f6rt unter anderem die unkomplizierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Hilfsorganisationen und vor allem mit den vielen privaten Helfern und Anwohnern. Allerdings m\u00fcsse die Einbindung privater Helfer und Firmen noch deutlich optimiert werden.<br><br>\u201eWir werden die Ergebnisse und Erfahrungen in den kommenden Wochen und Monaten sorgf\u00e4ltig auswerten und die detaillierten Ergebnisse im kommenden Jahr pr\u00e4sentieren\u201c, sagt vfdb-Pr\u00e4sident Dirk Aschenbrenner. \u201eDeutlich wird schon jetzt, dass viele Erkenntnisse nicht neu sind. Die Lehren der Vergangenheit wurden nur nicht oder zu wenig umgesetzt.\u201c F\u00fcr ein echtes \u201eLessons Learnt\u201c gelte es, tragf\u00e4hige Strukturen zu bilden und zu leben\u201c, so Aschenbrenner. DFV-Pr\u00e4sident Karl-Heinz Banse sieht in der Arbeit der Expertenkommission eine wertvolle Unterst\u00fctzung und Entscheidungsgrundlage auch f\u00fcr Entscheidungen in der Politik. \u201eWir haben die Fachleute in unseren Reihen, wir haben das Know-how \u2013 leider fehlt neben den technischen Mitteln h\u00e4ufig auch die politische Unterst\u00fctzung. Sie darf nicht immer erst kommen, wenn etwas passiert ist\u201c, so Banse.<br>&nbsp;<br><strong>Erste Ergebnisse aus der Befragung von Einsatzkr\u00e4ften<\/strong><br>Fast 2.500 Einsatzkr\u00e4fte haben die rund 60 Fragen zu ihren Erfahrungen, Problemen und Verbesserungsvorschl\u00e4gen im Zusammenhang mit der Starkregenkatastrophe beantwortet. Die Auswertung zeigt, dass viele Erfahrungen nicht neu sind \u2013 die Lehren und Erkenntnisse wurden nur nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Die ausf\u00fchrlichen Ergebnisse werden zur Jahresfachtagung der vfdb in W\u00fcrzburg im Mai und zur INTERSCHUTZ\/29. Deutscher Feuerwehrtag in Hannover im Juni 2022 erwartet. F\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte 2022 ist au\u00dferdem ein Buch zum Umgang mit dynamischen Schadenslagen am Beispiel der Starkregenlage aus dem Juli 2021 geplant.<br><br>Hier die 15 \u201eBig Points\u201c:<br>1. 90 Prozent der Einsatzkr\u00e4fte kamen aus dem Ehrenamt Das unterstreicht die Bedeutung ehrenamtlicher Strukturen f\u00fcr eine schnelle, fl\u00e4chendeckende und tief reichende Gefahrenabwehr in Deutschland und stellt die Bedeutung der Ehrenamtsf\u00f6rderung deutlich heraus.<br>2. Das F\u00fchrungssystem und die F\u00fchrungsausstattung (insbesondere oberhalb der Ebene \u201eZug\u201c) im operativen Bereich sind zu aktualisieren und internationalen Standards anzupassen.<br>3. Ein F\u00fchrungssystem im administrativen Bereich ist bis auf die Gemeindeebene zu etablieren (vgl. Nordrhein-Westfalen).<br>4. F\u00fchrung verlangt auf allen Ebenen ausreichend viel gut ausgebildetes und trainiertes Personal (auch im Hinblick auf Schichtf\u00e4higkeit).<br>5. Die Einbindung und Steuerung von Spontanhelfern als auch privater Ressourcen ist zu realisieren und im Vorfeld zu planen und zu \u00fcben.<br>6. Die technische Kommunikation ist zu h\u00e4rten und es sind Redundanzen zu schaffen. Sie ist dem Kommunikationsbedarf in Quantit\u00e4t (z.B. Datenvolumen) und Qualit\u00e4t (z.B. Messengerdienste) anzupassen.<br>7. Die Medienarbeit ist \u2013 insbesondere f\u00fcr Feuerwehren und Hilfsorganisationen \u2013 zu optimieren.<br>8. Die Fahrzeug- und Ger\u00e4tetechnik ist zu erwartenden Schadenslagen (\u00dcberflutungen aber auch Waldbrand etc.) anzupassen, insbesondere in puncto: Bessere Robustheit Bessere Gel\u00e4ndeg\u00e4ngigkeit, -f\u00e4higkeit sowie Wat- bzw. Wasserdurchfahrtsf\u00e4higkeit Bessere und mehr Boote und Wasserrettungskomponenten Schmutzwasserpumpen Geeignetere und mehr Pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung, etc. 9. Die Versorgungs- und Durchhaltef\u00e4higkeit ist zu st\u00e4rken, und die Konzepte zur Etablierung entsprechender Strukturen im Einsatzraum sind anzupassen.<br>10. Der Einsatz von Luftfahrzeugen (inkl. Drohnen) ist einheitlich zu regeln und auszubilden. Es sind leistungsf\u00e4hige Zivilschutzhubschrauber in ausreichender Anzahl zu beschaffen und vorzuhalten. Die Kostenfrage ist aufgrund h\u00e4ufig organisations- und bundesland\u00fcbergreifender Eins\u00e4tze einheitlich zu kl\u00e4ren.<br>11. Die Ausbildung in der Abwehr dynamischer Lagen ist insbesondere f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte zu verbessern. Einsatzkr\u00e4fte sind intensiver auf spezifische Lagen (Wassergefahren, Waldbrand etc.) zu trainieren.<br>12. Der Umgang mit Spenden muss konzeptionell geregelt und fr\u00fchzeitig kommuniziert werden.<br>13. Die Brandschutz-\/Rettungsdienstbedarfsplanung ist auf eine allgemeine Gefahrenabwehrbedarfsplanung zu erweitern.<br>14. Tragf\u00e4hige Strukturen f\u00fcr ein echtes \u201eLessons Learnt\u201c sind zu bilden und zu leben.<br>15. Erkannte Forschungs- und Innovationsbedarfe sind in zuk\u00fcnftigen F\u00f6rderprogrammen zu ber\u00fccksichtigen.<br>&nbsp;<br>&nbsp;<br><strong>ACHTUNG Redaktionen:<\/strong><br>F\u00fcr Intervieww\u00fcnsche wenden Sie sich bitte<br>&#8211; f\u00fcr DFV-Pr\u00e4sident Karl-Heinz Banse an Silvia Oestreicher, <a href=\"mailto:oestreicher@dfv.org\">oestreicher@dfv.org<\/a><br>&#8211; f\u00fcr vfdb-Pr\u00e4sident Dirk Aschenbrenner und Dr. Ulrich Cimolino an Wolfgang Duveneck, <a href=\"mailto:duveneck@vfdb.de\">duveneck@vfdb.de<\/a> \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad<\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\">\u00ad <em>Pressekontakt: Silvia Oestreicher, Telefon (030) 28 88 48 8-23, E-Mail <a href=\"mailto:oestreicher@dfv.org\">oestreicher@dfv.org<\/a>,<br>Twitter @FeuerwehrDFV, <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/112willkommen\">www.facebook.com\/112willkommen<\/a><br>Alle DFV-Presseinformationen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.feuerwehrverband.de\/aktuelles\">www.feuerwehrverband.de\/aktuelles<\/a>.<br><br>Impressum: Deutscher Feuerwehrverband e.V. \u2013 Reinhardtstra\u00dfe 25 \u2013 10117 Berlin<\/em><br><a href=\"https:\/\/newslettertogo.com\/f9ocy15z-al7wzg6q-psghbtiv-2qj\">Newsletter abbestellen<\/a> \u00ad<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00adInformationen des DEUTSCHEN FEUERWEHRVERBANDES \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad Pressemitteilung Nr. 60\/2021 vom 12. November 2021 \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad Katastrophenschutz braucht dringend ein UpdateStarkregenkatastrophe NRW und RLP: Erste Ergebnisse der Expertenkommission \u2013 die 15 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Einsatzverlauf \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad \u00ad Berlin \u2013 Zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":95,"featured_media":2708,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[50],"tags":[],"class_list":["post-5960","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5960","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/95"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5960"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5960\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5961,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5960\/revisions\/5961"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5960"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5960"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.feuerwehrverband-saarbruecken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5960"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}